Allgemein

Gotteron Fan-Club Sense

von Marcel Allemann / 20min vom 28. Oktober 2014

Mit dem 3:2-Sieg nach Verlängerung bei den ZSC Lions ist die Aufholjagd lanciert. Erstaunlich, wie viel Trainer-Rookie Gerd Zenhäusern innert kurzer Zeit bewegen konnte.

Fribourg lebt wieder, Fribourg zeigt wieder Leidenschaft, Fribourg ist wieder ein richtig unangenehmer Gegner. Der Drachen spuckt wieder Feuer. Das bekam am Montag auch Meister ZSC Lions zu spüren. Deren Stürmerstar Roman Wick meinte nach dem Spiel hochachtungsvoll: «Das ist nicht mehr dasselbe Fribourg wie noch vor ein paar Wochen.»

Weiterhin grosses Steigerungspotenzial
Trotz den beiden Siegen in Folge hat Gottéron weiterhin grosses Steigerungspotenzial. Noch immer bringt Fribourg kein Spiel ohne ein Klamauk-Gegentor für die Goalies zu Ende. Am Montag in Zürich liess sich Melvin Nyffeler von Derek Smiths Distanzschuss zwischen den Beinen erwischen. Doch mit jedem Erfolgserlebnis wird auch das Selbstvertrauen von Nyffeler und Benjamin Conz weiter steigen. Zudem spielen die beiden Ausländer Joel Kwiatkowski und Jeff Tambellini weiterhin unterirdisch. Doch auch hier ist Besserung in Sicht: Entweder sie steigern sich oder sie werden im Lauf der Saison ausgetauscht.
Den Karren zieht derzeit primär Greg Mauldin als Leaderfigur und unermüdlicher Antreiber aus dem Dreck. In seiner momentanen Form ist der dunkelhäutige Amerikaner einer der besten Ausländer der Liga. Aber auch andere sind nicht mehr wiederzuerkennen. Abwehrhühne Timo Helbling spielte am Montag so stark wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Und auch Dorfkönig Julien Sprunger hat plötzlich wieder Lust und sprüht vor Spielfreude. Vor allem aber treten die Freiburger inzwischen wieder wie ein Team auf.

Zenhäusern: «Es bringt nichts, wenn ich den Hampelmann mache»
Geschafft hat dies innert kürzester Zeit Trainer-Rookie Gerd Zenhäusern. Vor zehn Tagen trat er die Nachfolge von Hans Kossmann an. Der Oberwalliser startete zunächst mit zwei Niederlagen gegen Servette und Lugano, ehe am Samstag mit dem 5:2-Heimsieg gegen Zug das erste Erfolgserlebnis folgte. Und nun also der Coup auswärts gegen den Meister – die perfekte Moralspritze, um die Aufholjagd Richtung Playoff-Plätze zu lancieren. «Es ist wichtig, dass wir nach dem Sieg gegen Zug mit einem Auswärtserfolg nachlegen konnten. Damit finden wir zur Ruhe zurück und können das Verlierer-Gefühl abstreifen», so Zenhäusern.
Als er diese Worte spricht, steht er im Trainings-Anzug von Gottéron vor den Medienleuten. Frisch umgezogen. Das Coaching bestritt Zenhäusern noch im feinen Zwirn. Seinem Outfit angepasst – unaufgeregt, sachlich, ruhig, ohne Tanz- und Showeinlagen. «Ich mache dies nicht absichtlich, so war ich schon immer. Es bringt der Mannschaft auch nichts, wenn ich den Hampelmann mache. Dies bedeutet aber nicht, dass ich nicht auch laut werden kann», sagt das grosse Schweizer Trainertalent. Die Spieler hätten nun einmal unterschiedliche Charaktere: «Der eine braucht es, dass man ihn antreibt, der andere, dass man ihn beruhigt.»
Aufgrund des Bildes, dass sein Team im Zücher Hallenstadion abgab, scheint es, dass der Sohn der ehemaligen und leider viel zu früh verstorbenen Nationalspielers Aldo Zenhäusern stets die idealen Worte findet – in der richtigen Tonalität und Lautstärke.

HC Gotteron 2014 - 2015

Zugriffe heute: 31 - gesamt: 3966.